Helpteers – neues Engagement braucht das Land

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Georg Staebner, Helpteers.net, beim opentransfer CAMP am 9. Mai 2014 in Köln

 

Zahlreiche Organisationen zeigen es: Transfer geht nicht, ohne die freiwillig Engagierten mitzunehmen und einzubinden. Georg Staebner will mit seiner Plattform Helpteers.net die Akquise von Freiwilligen erleichtern. Er erarbeitete mit den Teilnehmern seiner Session wichtige Voraussetzungen für ehrenamtliches Engagement.

„Wie viele von Euch engagieren sich ehrenamtlich?“ Fast alle Arme gingen in die Höhe. Damit hatte Georg Staebner erst einmal nicht gerechnet. Normalerweise, wenn er sein Projekt Helpters vorstellt, bietet sich ein anderes Bild. Den Grund dafür vermutet er jedoch nicht in der mangelnden Bereitschaft sich zu engagieren, sondern eher in den bestehenden Strukturen des freiwilligen Engagements. Sich neben Beruf oder Uni ehrenamtlich zu engagieren, scheint für viele im ersten Moment nicht machbar. Engagement bedeutet immer auch, ein Stück seiner Zeit umzuorganisieren. Seine Forderung: Das Angebot muss sich der Nachfrage anpassen.

Keine Zeit fürs Engagement? Die Ausrede gilt nicht mehr!

Es bedarf kleiner, zeitlich klar definierter Aufgaben, die man kurzfristig übernehmen kann. Staebner beobachtet eine besonders große Nachfrage nach diesen Tätigkeiten. Es sind niedrigschwellige Möglichkeiten, zeitlich klar begrenzt, die es Menschen erleichtern, weniger verbindlich und langfristig in eine freiwillige Tätigkeit einzusteigen. Micro Volunteering ist das Stichwort. Ähnlich wie die von Hannes Jähnert auf dem ersten openTransfer CAMP 2013 in Berlin vorgestellte ZIVICLOUD will Steabner eine Plattform entwickeln, die auf den Engagement-Willen gerade von Menschen in Ausbildung oder Beruf zielt und diesen in aktives Engagement umsetzen will. Die Möglichkeiten des Web 2.0 sollen die Funktionen der Plattform zusätzlich erweitern. Wer also ein Kurzzeit-Job übernommen hat und einen Sonntag lang im Seniorenheim Pflanzen umgetopft, kann dies mit einem Klick auf Facebook und Twitter kundtun. Zusätzlich kann man sich auf der Plattform selbst mit „Freunden“ vernetzen.

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Wie werden Menschen zu Freiwilligen?

Aber reicht das aus? Erreiche ich mit einer solchen Plattform alle Motivlagen ehrenamtlichen Engagements? In der Diskussion wurden Beweggründe gesammelt, geclustert und bewertet.

  • Niedrigschwelligkeit der Aufgaben

Einig war man sich darüber, dass es mehr niedrigschwellige Angebote braucht. Oft ist schon ein Anruf oder gar ein Kennenlerngespräch für Engagement-Interessierte eine Hürde. Gerade für sie ist es wichtig, die Teilnahme zu erleichtern und auch die Verantwortung zunächst gering zu halten.

  • Selbstbestimmung

Nicht der Bedarf soll im Vordergrund stehen, sondern die Wünsche des Engagierten sind entscheidend. Worum geht es ihm, was will er verändern? Ehrenamtliches Engagement ist eine Herzensangelegenheit und nie rein extrinsisch motiviert. Die Biografiearbeit, wie sie in den Herzenssprechstunden des EFI Programms vollzogen werden, können hier als Beispiel genommen werden.

  • Anerkennung

Die Anerkennung des Ehrenamtes ist wichtig. Organisationen müssen sich immer wieder bewusst machen, dass das Engagement keine Selbstverständlichkeit ist, und die Würdigung der freiwilligen Arbeit die eigentliche Währung im Engagement darstellt.

  • Persönlicher Nutzen

Doch muss die Motivation nicht immer intrinsischer Natur sein. Entlohnung kann neben der Anerkennung auch in Form von direktem, persönlichem Nutzen aus der Tätigkeit heraus generiert werden. Engagierte auf Plattformen wie Foodsharing haben durch ihre Tätigkeit einen direkten Nutzen in Form kostenfreier Nahrungsmittel.

Auch spielen Möglichkeiten der Weiterbildung sowie der Ausbau der eigenen Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Ehrenamtliches Engagement kann häufig der Türöffner fürs Berufsleben sein. Qualifikationen gerade auch in Form von Soft-Skills können hier aufgebaut werden.

Diese Motive zu bedienen, ist zwar über eine neue Plattform wie sie die Helpters.net darstellen wird, grundsätzlich möglich, jedoch bestand weitgehend Übereinstimmung bei den Sessionteilnehmern, dass es sich dabei um ein schwieriges Unterfangen handelt. Die Abgrenzung zu schon bestehenden Strukturen wie den Ehrenamtsbörsen und schon existierenden Micro-Volunteering-Plattformen stellen eine große Markteintrittsbarriere dar. Zudem kann man sich Schwierigkeiten, gerade was die Verbindlichkeit angeht, vorstellen. Diese im Netz zu erzeugen, ist noch schwieriger als ohnehin schon offline. Zudem ist der Gedanke daran, Profile auf einer weiteren Plattform anzulegen und zu pflegen, für viele eine große Hürde.

Foto: Thilo Schmülgen

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